Das Finale des Prime League Summer Splits 2026 hatte alles, aber auch wirklich alles zu bieten, was das Herz begehrt: fünf Games, eine großartige Atmosphäre und einen würdigen Gewinner.
Denn im erstmals im Xperion in Köln abgehaltenen (und natürlich ausverkauften) Finale setzte sich BIG mit 3:2 gegen G2N durch und sicherte sich so den sechsten PRM-Titel der Vereinsgeschichte – der Rekordmeister schlägt so ausgerechnet gegen das Team zurück, das der Organisation im Spring Split noch den Finaleinzug verwehrte.
RunItDown (@RunItDownDE) on X
Verpasst nichts mehr: Folgt uns auf X für Updates zu League of Legends – News, Analysen und Ergebnisse, direkt aus der Redaktion.
Game 1: Es ist nicht der erste Fehler, der dich killt
Dabei verlief der Start vor allem im antizipierten Toplane-Matchup zwischen G2N Shelfmade und BIG Irrelevant denkbar ungünstig für die Berliner; schon früh sicherte sich Shelfmade auf Olaf zwei Kills und einen 1.5k Gold-Lead gegen Ambessa – doch dafür drehte BIG Patrik auf Ezreal richtig auf. Der Knackpunkt im Spiel dürfte aber eine Sequenz im Mid-Game gewesen sein.
- Frei nach dem Spruch »Es ist nicht der erste Fehler, der dich tötet, sondern der zweite« erwischt das Berliner Team G2N Toasty auf Ryze ein paar Schritte zu weit vorn, was an sich nicht ganz so schlimm wäre.
- Der darauffolgende Fight lässt diesen Pick mal eben zu einem 4k Gold-Lead heranwachsen, weil das »Helfer-Syndrom« zuschlägt:
Von diesem Rückstand sollte sich G2N in diesem Spiel nicht mehr erholen: BIG sicherte sich die mächtige Hextech-Soul und konnte gleich mit dem ersten Baron den entscheidenden Push starten – 1:0.
Game 2: Mit Headshots zum Ausgleich
Für Spiel 2 setzte G2N alles auf die Karte Bot-Lane. Mit Caitlyn und Lux als Duo gegen Xayah und Rakan muss das Spiel schon früh auf die eigene Seite gezogen werden, um eine Chance auf den Ausgleich zu haben.
Gesagt, getan: Nach 14 Minuten hatte G2N Rin einen stattlichen Vorteil von 1.5k Gold, musste sich jedoch auch hüten – denn auf der gegnerischen Seite haben mit Naafiri und Akali gleich zwei Assassinen Blut geleckt.
- Und tatsächlich: Nach 27 Minuten kam es zum ersten, folgenschweren Pick auf Caitlyn, die von Rakan erspäht, erwischt und schließlich von der »Töle« erlegt wurde.
- Statt an einen »Rincident« werden G2N-Fans aber eher an den »Wincident« zurückdenken: Mit präzisen Fallen und Passiv-Headshots führt der ADC sein Team zum Ausgleich.
Game 3: Ehrliches League of Legends
Es gibt ein berühmt-berüchtigtes Copypasta, mit dem sich Spiel 3 am besten beschreiben lässt:
Warum wir das zitieren? Nach 14 Minuten standen satte 22 Kills zu Buche; eines der blutrünstigsten Spiele der Finals-Geschichte – mit dem besseren Ende für BIG.
Wirklich absetzen konnte man sich trotz präzisen Jhin-Kills aus der zweiten Reihedabei aber zunächst nicht. Erst ein durchaus gewagter Baron-Call in Minute 23 brachte den Vorsprung, der erst die G2N-Base ansägte, ehe ein zweiter Baron-Buff das Spiel endgültig zog.
Game 4: Das Imperium schlägt zurück
G2N wäre aber nicht der amtierende Champion, wenn man sich davon beirren lassen würde. Mit dem Rücken zur Wand liefert das Team angeführt von Shelfmade und Rin die bis dahin dominanteste Leistung der Serie ab.
- Vor allem Shelfmade holt mit K'Sante gegen Rumble wiederholte Duelle, während sich Rins Miss Fortune gegen die eigentlich gefährliche Ashe/Braum-Combo stetig absetzen kann.
- Für die beiden steht am Ende von Spiel 4, das mit gut 26 Minuten das schnellste im gesamten Turnierverlauf darstellt, mit 7/0/12 respektive 11/2/9 eine sagenhafte KDA zu Buche – Teamfights wie dieser waren da das i-Tüpfelchen:
Game 5: Bowling für Fortgeschrittene
Das fünfte, entscheidende Spiel war zunächst von einer längeren technischen Pause geprägt - was dem ganzen Drama noch eine mentale Komponente hinzufügte: Wer lässt sich davon im allesentscheidenden Spiel nicht aus der Bahn werfen?
Die Antwort lautet: BIG 113, der diese Zeit scheinbar für eine Partie Wii Sports nutzte. Seine Kicks auf Lee Sin erwischten regelmäßig gleich mehrere Gegner, die wie Bowling-Pins umfielen.
Einer der ersten wichtigen entstand dabei aus einem Herald-Play: Erst der Fünf-Mann-Knockup (!) mit Shelly, nach dem es schon so aussah, als ob der blinde Mönch zwei Schritt zu weit gegangen ist – doch einen Ward-Jump später knallte 113 der gegnerischen Botlane seine Ult um die Ohren.
Alles wieder auf Null, und das Drama geht in seinen finalen Akt: Der Baron-Buff gibt G2N tatsächlich leichte Vorteile, ehe BIG 113 zusammen mit einer fantastischen Renata-Ult von Kaiser den Strike schafft und vier auf einen Streich abräumt.
So geht es für BIG weiter
Mit dem Titel ist BIG dem Startplatz bei der »World Star Challengers Invitational« (WSCI) nur noch einen Schritt entfernt – ganz sicher ist er aber noch nicht. Als Sieger des Summer-Splits muss BIG am Montag nach dem Finale noch ein Tiebreaker-Match gegen MKOI Fénix gewinnen, erst danach steht die Teilnahme fest.
Die WSCI selbst ist das neue Turnierformat von Riot Games und TJ Sports, das erstmals Tier-2-Teams aus fünf Regionen gegeneinander antreten lässt:
World Star Challengers Invitational 2026 – Tier-2-Teams treten global gegeneinander an
Erstmals treten Tier-2-Teams aus allen großen League-of-Legends-Regionen bei einem gemeinsamen internationalen Turnier an – die World Star Challengers Invitational startet im September.
Die Gruppenphase läuft vom 20. bis 25. September, die K.-o.-Phase im Best-of-Five-Format vom 27. September bis zum 2. Oktober – wir wünschen viel Erfolg!