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Interview LEC E-Sports

MKOI-Jungler Elyoya: »Wir waren einfach nicht auf einer Wellenlänge«

MKOI-Jungler Elyoya über den missglückten Spieltag, die ausbleibende Trendwende nach seinem eigenen »letzte Chance«-Zitat und seine Haltung zur aktuellen Jungle-Support-Meta.

MKOI-Jungler Elyoya: »Wir waren einfach nicht auf einer Wellenlänge«

MKOI Elyoya mit einem Samstag zum Vergessen. (© Michał Konkol/Riot Games)

MKOI kommt nicht in Tritt: Nach zwei schwer erkämpften Siegen gegen Shifters und Fnatic in der vergangenen Woche setzte es heute eine herbe 0:2-Niederlage gegen GiantX.

Nach dem Match sprachen wir mit Team-Captain Elyoya, der seine eigene Leistung offen kritisiert, über fehlende Kommunikation spricht – und ein Treuegelübde ablegt.

»Ich hatte in beiden Spielen wirklich eine schlechte Leistung«

RunItDown: Lasst uns über das Spiel reden. Das erste ist euch sehr schnell entglitten. Wie resettet ihr nach so einer Niederlage – persönlich und als Team? Habt ihr da bestimmte Rituale?

Elyoya: Ja, auf jeden Fall haben wir die. Jeder von uns hat eine bestimmte Routine, die er zwischen den Spielen durchgeht, um Dinge zu reparieren. Aber diesmal hat das eindeutig nicht funktioniert. Ich glaube, ich persönlich hatte eine wirklich schlechte Vorstellung – eine wirklich schlechte Leistung in beiden Spielen. Und ja, es hat einfach nicht funktioniert.

»Wir waren einfach nicht auf einer Wellenlänge«

RunItDown: Zumindest aus meiner Sicht wirkte es zu Beginn von Spiel zwei so, als hättet ihr euch deutlich stabilisiert. Was war der entscheidende Unterschied – der Punkt, an dem ihr dachtet: Okay, das ist es, was gefehlt hat, um es durchzuziehen?

Elyoya: Naja, ganz offensichtlich die letzte Sequenz – da wurden wir einfach nur noch weggepickt. Wir waren überhaupt nicht auf einer Wellenlänge.

Ich habe mich nicht an das Team angepasst, wir haben uns nicht daran angepasst, wo unsere Mitspieler auf der Karte standen, und wir wurden einfach nur erwischt. So ist das Spiel zu Ende gegangen – ich wurde einfach immer wieder erwischt.

»Ich weiß es nicht. Das ist die ehrliche Antwort«

RunItDown: Vor dem Summer Split hast du im Interview mit Sheep Esports gesagt, das sei die letzte Chance, zu beweisen, dass ihr gewinnen könnt – was bisher nicht besonders gut funktioniert.

Deine Worte als Team-Captain tragen naturgemäß mehr Gewicht als die anderer. Warum hat dieser Weckruf bisher nicht gezündet?

Elyoya: Ich weiß es nicht, das ist die ehrliche Antwort.

»Wir wissen, wozu wir fähig sind«

RunItDown: MKOI hatte schon vorher Formtiefs und hat trotzdem gute Playoff-Läufe hingelegt. Was wird das Rezept sein, um diese Magie zu wiederholen?

Elyoya: Wir wissen, wozu wir fähig sind – wir wissen, dass wir individuell wirklich starke Spieler sind, auch im Vergleich zu anderen Teams. Ich glaube, wir müssen einfach daran arbeiten, das zu reparieren, was gerade nicht funktioniert. Wir glauben immer noch, dass wir es in uns haben.

»Für mich macht das 90 Prozent des Spiels aus«

RunItDown: Zoomen wir etwas raus und reden allgemeiner über League of Legends. Jungle-Support-Synergy war schon immer wichtig, aber gerade fühlt es sich so an, als wären Supports von Level eins an fast schon ein zweiter Jungler.

Ist das etwas, das dir lieber ist, oder hättest du gerne mehr Freiraum im Jungle, um dich allein um Ganks, Camps und Vision zu kümmern?

Elyoya: Nein, ich glaube, ich mag das ehrlich gesagt. Ich finde, das macht das Spiel spannend – es geht viel um Makro-Entscheidungen, und man hat ständig mehrere Optionen.

Ich glaube, Jungle-Support macht in dieser Meta so ziemlich 90 Prozent des Spiels aus, es kontrolliert einfach so viel. Mir gefällt das an der Meta, ich finde es wirklich spaßig.

RunItDown: Du würdest also nichts daran ändern wollen? Soweit ich weiß, ändert Riot im nächsten Patch zum Beispiel etwas an Camille als Support – du hättest also lieber, dass es so bleibt, wie es ist?

Elyoya: Ja, vielleicht ist Top ein bisschen zu extrem – dass es schon ab Level eins so gefährlich ist, ist vielleicht etwas viel. Aber insgesamt genieße ich die Meta aus kämpfendem Support und kämpfendem Jungler, bei der es viel um Kontrolle auf der Karte geht, wirklich, und ich finde, das ist gut so.

Elyoya bis 2028 bei MKOI? »Auf jeden Fall«

RunItDown: Zoomen wir noch weiter raus. Du hast, wenn ich mich richtig erinnere, einen langfristigen Vertrag bei MKOI bis 2028 unterschrieben.

Anders als zum Beispiel im Fußball, wo Spieler – besonders mit Starpower – aus solchen Verträgen herausgekauft werden: Was müsste passieren, damit sich das in der LEC ändert? Also dass G2, Fnatic oder wer auch immer einen Spieler gefühlt nach Belieben herauskaufen kann – siehst du das kommen?

Elyoya: Nein, eigentlich nicht, ich sehe das nicht kommen. Es liegt hauptsächlich beim Klub, und hängt vom jeweiligen Spielervertrag ab. Aber ja, ich sehe bisher nicht, dass sich das ändert, ich glaube, das bleibt so.

RunItDown: Findest du, das ist gut für die E-Sport-Szene, oder hättest du als Spieler lieber mehr Macht, um zu sagen: Ich will problemlos das Team wechseln können?

Elyoya: Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ich habe nie darüber nachgedacht. Ich glaube, am Ende muss man reif genug sein, wenn man einen Vertrag unterschreibt – man muss sich bewusst sein, was man da unterschreibt. Ich finde es fair, dass die Organisation das letzte Wort hat. Aber ja, als Spieler fühlt sich das manchmal schon hart an. Also, ich bin mir nicht sicher.

RunItDown: Dann machen wir es wie im Fußball: MKOI-Fans können also davon ausgehen, dass du bis 2028 bleibst?

Elyoya: Ja, auf jeden Fall.

Das Interview wurde für Länge und Klarheit redigiert.