SK Gaming hat sich am heutigen Spieltag mit einem klaren 2:0 gegen Shifters wichtige Punkte im Playoff-Rennen gesichert.
ADC Jopa war maßgeblich daran beteiligt – in Spiel eins auf Corki (7/2/7), in Spiel zwei sogar selbst auf Xerath (7/3/13), einem der umstrittenen Mage-Bot-Picks, um die es seit dem heutigen Erscheinen von Patch 26.16 in der Profiszene geht.
Im Interview nach dem Match sprach Jopa über die Auswirkungen des neuen Patches auf die Bot-Lane-Meta, blickte auf sein bisheriges Rookie-Jahr in der LEC zurück – und erklärte, warum für ihn persönlich alles an dieser Sommersaison hängt.
RunItDown: Erstmal Glückwunsch zum Sieg. Wie viel Angst hattest du, dass du in Game 1 Syndra spielen musst?
SK Jopa: Naja, Syndra war ein Flex, deshalb bestand die Möglichkeit, dass ich sie spiele. Ich denke, ich kann Syndra immer spielen, das ist kein Problem – aber am Ende war es eben auch ein gutes Corki-Game.
RunItDown: Am Ende des Tages bist du mit Xerath in Game 2 dennoch auf einen Mage gegangen. Das bedeutet ja fast , Mages sind auf der Botlane noch nicht endgültig begraben, oder?
Jopa: Ich glaube, das hängt sehr davon ab, wie gut sich die einzelnen Teams vorbereiten konnten – vor dem Patch waren vielleicht drei, vier Scrim-Tage. Und ehrlich gesagt hat sich meiner Meinung nach gar nicht so viel geändert, was Mages auf der Bot-Lane angeht. Ich glaube, man kann weiterhin Mages spielen, das hat sich nicht wirklich verändert. Es hängt einfach stark vom jeweiligen Team ab.
»Ich glaube, sie haben es leicht verfehlt«
RunItDown: Heißt das für dich, Riot hat mit den 26.16-Änderungen die Zielsetzung verfehlt?
Jopa: Ich glaube, sie haben es ein bisschen verfehlt. Ich denke nicht, dass roamende Supports der Hauptgrund sind, warum Mages auf der Bot-Lane so stark sind – sondern dass man einfach guten Wave-Clear hat, jedes Matchup spielen kann, viel Gold bekommt, Mage-Items günstig sind und man viel Mana hat.
Als eigentlicher Carry ist es dagegen schwer, sich auf der Bot-Lane einen echten Vorteil zu erspielen. Du hoffst, dass du auf drei, vier Items skalierst, und dann hängt vieles von den Team-Compositions ab, wer mehr Reichweite mitbringt.
»Es geht nicht darum, dass Mages zu broken sind«
RunItDown: Stehst du generell hinter der Philosophie, dass man auf der Bot-Lane Mages spielen können sollte – oder wärst du eher dafür, das komplett einzudämmen, sodass die Bot-Lane wirklich nur noch Marksmen-Territorium ist?
Jopa: Mir persönlich gefällt es, wenn es mehr Möglichkeiten auf Bot gibt – dass man Mages spielen kann, dass man klassische AD-Carrys spielen kann, sogar Tanks oder ähnliches. Wichtig ist nur, dass es für das Spiel nicht ungesund wird, wenn Mages zu broken sind oder Tanks zu broken sind. Es geht mir eher darum, dass diese Möglichkeit grundsätzlich existiert.
Rookie-Jahr, halb vorbei: »Ich hatte mir mehr erhofft«
RunItDown: Du bist dieses Jahr als einer der meistgehypten ADCs aus der ERL-Szene in die LEC gekommen. Jetzt, wo die Saison fast vorbei ist und nur noch drei, vier Spiele übrig sind – egal ob ihr die Playoffs erreicht oder nicht: Wie blickst du auf die vergangenen acht Monate zurück?
Jopa: Ehrlich gesagt, gar nicht so gut. Ich hatte mir als Team mehr erhofft, bessere Ergebnisse. Individuell habe ich mich definitiv weiterentwickelt. Aber es tut mir leid als Team, dass wir weder im Winter- noch im Spring-Split gute Ergebnisse eingefahren haben.
Ich habe das Gefühl, dass jetzt alles an dieser Sommer-Saison hängt – die Ergebnisse müssen besser werden, sonst fühlt sich das ganze Jahr am Ende komplett verloren an. Deswegen ist mir wichtig, wie diese Saison läuft.
RunItDown: Im Februar warst du ziemlich offen damit, dass du mit deinem eigenen Niveau noch nicht zufrieden warst. Wie würdest du dich heute einschätzen – was ist der größte Fortschritt, den du seitdem gemacht hast?
Jopa: Ich glaube, vor allem Erfahrung. Auf der Bühne zu spielen, ohne Angst, einfach dein eigenes Spiel zu spielen, so zu denken, wie du normalerweise denken würdest – ohne diese mentale Blockade. In der Lane habe ich mich, glaube ich, ziemlich weiterentwickelt. Und diese Mage-Meta liegt mir tatsächlich ziemlich gut. Insofern sieht die Sommersaison bisher besser aus als der Vergleich zum Winter.
RunItDown: Ist der Druck am Ende der größte Unterschied zwischen der ERL-Szene und der LEC?
Jopa: Ja, ich glaube, man braucht einfach Zeit, um sich daran zu gewöhnen, wie alles auf der Bühne funktioniert – bis du dich selbst findest, wenn du gegen wirklich gute ADCs spielst. Ich glaube, ich habe insgesamt gut gespielt, ich kann auf diesem Niveau bestehen, Schritt für Schritt.
Fünf Siege für die Playoffs: »KC wird schwer«
RunItDown: Mit dem heutigen Ergebnis habt ihr weiter eine Chance auf die Playoffs. Eure verbleibenden Spiele sind gegen Fnatic, Heretics, MKOI und KC – grob gerechnet braucht ihr etwa fünf Siege, um euch zu qualifizieren. Welche drei Teams schlagt ihr dafür?
Jopa: Wir müssen Heretics, Fnatic und MKOI schlagen. Gegen KC – die sind gerade in richtig guter Form, ich glaube, aktuell das beste Team der Liga. Höchstens wenn es die letzte Woche ist und sie ein paar Dinge ausprobieren wollen, andere Champions – aber mit unserem aktuellen Niveau wird es schwer, KC zu schlagen.
Ziel für den Rest des Splits: Best of Five
RunItDown: Zum Abschluss: Was ist die eine Sache, die du über deine eigene Leistung bis Ende der Sommersaison sagen willst, die du nach dem Spring Split noch nicht sagen konntest?
Jopa: Am meisten will ich in die Playoffs kommen und ein Best of Five spielen, um zu sehen, wie sich das anfühlt – das Draften, das Spielen auf der Bühne im Best-of-Five-Format. Ich glaube, das wäre eine wirklich gute Erfahrung und würde mir auf persönlicher Ebene viel bringen.
In der Lane habe ich mich schon stabilisiert, aber ich will richtig gut in Teamfights werden. Wenn wir zum Beispiel im Midgame bei einem ausgeglichenen Spielstand in einen Kampf gegen den gegnerischen AD-Carry kommen, will ich glauben können, dass ich den Fight besser spiele und mehr Schaden mache. Gerade in dieser Sommersaison will ich in Teamfights so gut wie möglich werden.
Das Interview wurde für Länge und Klarheit redigiert und aus dem Kroatischen übersetzt.
