Anzeige

League Classic: Riot bringt Season 3 als eigenen Spielmodus zurück

Retro-Modi sind in; League of Legends bekommt jetzt seine eigene Version davon.

League Classic: Riot bringt Season 3 als eigenen Spielmodus zurück

League Classic feiert mit Patch 26.15 sein Debüt. (© Riot Games)

Retro-Modi sind in; League of Legends bekommt jetzt seine eigene Version davon.

Am 29. Juli – zeitgleich mit dem Start der regulären Season 3 und Patch 26.15 – veröffentlicht Riot Games mit »League Classic« einen dauerhaften Spielmodus, der auf dem Stand von etwa Season 3 aufsetzt. Das bedeutet: altes Item-System, altes Runen- und Meisterschaftsformat sowie ein deutlich reduzierter Champion-Pool.

Anders als ein zeitlich begrenztes Event soll Classic bleiben – inklusive eigener Balance-Patches, eigenem Progressionssystem und einem Community-Abstimmungsmechanismus, über den Riot künftige Inhalte mitentscheiden lassen will. Was in dem neuen Modus steckt und worauf ihr euch einstellen solltet, ordnen wir hier ein.

Der Modus im Kern: alte Mechaniken, kein fixer Patch-Stand

Wer sich einen exakten Nachbau eines einzelnen historischen Patches erhofft hat, wird laut Riot enttäuscht: Classic orientiert sich zwar an Season 3, bedient sich aber an Mechaniken und Inhalten aus mehreren frühen Jahrgängen des Spiels.

Konkret heißt das: Ein Großteil der frühen Item-Klassiker wie »Atmas Pfähler« (Atma's Impaler) sind an Bord; auch alte Beschwörerzauber (kennt noch wer Rally?) sind ebenso wie vorab überarbeitete Champion-Kits dabei.

  • Auch beim Champion-Roster hat Riot kuratiert statt vollständig reproduziert: 60 Champions stehen zum Start bereit, ein Bruchteil des heutigen Rosters von über 170 Champions.
  • Die Auswahl mischt die ursprünglichen 40 Launch-Champions mit 20 weiteren aus der Frühphase des Spiels bis 2013.

Der Zugriff läuft über das reguläre Freischaltsystem plus Classic-eigene Fortschrittsstufen – nichts, was sich grundlegend vom Rest des Spiels unterscheidet.

Na, wie viele Splash-Arts erkennt ihr noch? (© Riot Games)

Ein bewusst langsameres Spiel

Der spürbarste Eingriff betrifft nicht Inhalte, sondern Tempo. Riot beschreibt Classic als Modus, in dem einzelne Entscheidungen mehr wiegen: Fähigkeiten kosten mehr Ressourcen, richten aber auch deutlich mehr Schaden an, Champions wirken durch fehlende Abrundungen der letzten Jahre kantiger in ihren Stärken und Schwächen.

Wer zu offensiv spielt, wird laut Riot härter bestraft als im aktuellen Spiel – ein Kontrast zur heutigen Meta, die stärker auf Mobilität und schnelle Trades ausgelegt ist.

Technisch bleibt Classic trotzdem auf der Höhe der Zeit – aktuelle Serverinfrastruktur, modernes Matchmaking und Komfortfunktionen wie Zauberpufferung oder eine optionale WASD-Steuerung übernimmt Riot unverändert aus dem Hauptspiel.

Fortschritt ohne das alte Grinding

Beim Runen- und Meisterschaftssystem hat Riot offenbar bewusst nicht die komplette Originalerfahrung reproduziert.

  • Statt Runen einzeln hochzustufen wie im Ursprungssystem, sind sie in Classic von Beginn an auf maximaler Stufe – freigeschaltet werden sie schlicht durchs Spielen, über ein neues Levelsystem samt zusätzlicher Runenseiten.
  • Wer vor einem Match keine eigene Konfiguration setzt, spielt mit einer automatischen Standardseite weiter – ein Nachteil, aber keiner, der ein Match entscheidet.
Die Rückkehr der 1-Prozent-Crit-Chance. (© Riot Games)

Zum eigenen Fortschrittssystem gehört außerdem die »Reise des Beschwörers«, ein separater Rangaufstieg ab einer bestimmten Levelschwelle, dessen höchste Stufe laut Riot nur ein einstelliger Prozentsatz der Spielerschaft erreichen soll.

Bei der Rollenverteilung verzichtet Riot zudem auf das alte Prinzip, Rollen im Chat anzusagen, und ersetzt es durch ein Präferenzsystem, das die Wunschrolle bevorzugt, aber nicht garantiert zuteilt.

Monetarisierung über eigene Pässe

Classic bekommt eine eigene, vom Hauptspiel getrennte Kosmetik-Schiene: saisonale Pässe mit kostenlosem und kostenpflichtigem Pfad, über die sich unter anderem am Champion-Design von 2009 bis 2013 orientierte Skins sowie passende Chromas und Porträts freischalten lassen.

Als konkretes Beispiel nennt Riot den Skin »Rostigerer Blitzcrank«. Wie viele weitere Classic-Skins zum Start verfügbar sein werden, hat Riot bisher nicht im Detail genannt.

»Der Rat«: Mitbestimmung mit offenen Fragen

Am ungewöhnlichsten ist ein Feature namens »Der Rat« – ein Abstimmungssystem, über das aktive Spieler Einfluss auf künftige Champion-Ergänzungen, Skins und sogar Gameplay-Änderungen nehmen sollen, mit einem Stimmgewicht, das an die investierte Spielzeit gekoppelt ist.

Wie viel reale Entscheidungsgewalt Riot damit tatsächlich abgibt – und ob am Ende nicht doch das Studio die letzte Instanz bleibt –, lässt sich vor dem Launch nur bedingt sagen.