Riots Lead Gameplay Designer Matt »Phroxzon« Leung-Harrison hat sich zu wachsender Kritik von Profis und Streamern an der aktuellen Season von League of Legends geäußert – und räumt ein, dass sich das Gameplay im High Elo »etwas schal« anfühle. Größere Balance-Eingriffe soll es bis zum Jahresende trotzdem nicht geben.
Kritik von Profis: »Riot hat das Spiel kaputt gemacht«
Mehrere bekannte Ex-Profis hatten sich zuletzt deutlich über den aktuellen Zustand von League of Legends beschwert. Der ehemalige Los-Ratones- und Witchcraft-Jungler Veljko »Velja« Čamdžić wirft Riot vor, das Spiel »kaputt gemacht« zu haben – während er selbst 18 Minuten auf ein Match wartete. Sein früherer Teamkollege Simon »Baus« Hofverberg bezeichnete die Toplane als »zum Verzweifeln frustrierend« und forderte Riot auf, die Rolle zu überarbeiten.
Auslöser für Phroxzons Stellungnahme war ein ausführlicher Kritik-Post von CGN-Esports-Midlaner Mike »Phantasm« Thiele, der detailliert beschrieb, was ihm an der aktuellen Spielversion gefällt und was nicht.
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Phroxzons Antwort: Stale, aber stabil
Phroxzon widerspricht der Kritik nicht grundsätzlich. »Das Gameplay ist balanced, aber für High-Skill-Spieler könnte es sich etwas schal anfühlen«, schreibt er im Original-Thread auf X. Gleichzeitig verweist er auf die Gesamtzahlen: »Zufriedenheit und Spaß sind bei der großen Mehrheit der Spieler weiterhin sehr hoch, wenn man bedenkt, wie beliebt das Spiel gerade ist.«
Deshalb wolle Riot vorsichtig mit weiteren Eingriffen sein: Die Art von Änderungen, die bis Jahresende noch möglich wären – vor allem Balance-Anpassungen – würden das eigentliche Problem ohnehin nicht beheben, so Phroxzon.
Auch Ranked-System und »Aegis of Valor« in der Kritik
Phroxzon äußert sich zudem zur umstrittenen Verteilung der Apex-Ränge (Challenger/Grandmaster) in Europa: Der Zustand »muss sich verbessern«, man denke bereits über »dauerhafte Verbesserungen« für die kommende Season nach. Als Grund für die Frustration nennt er, dass Westeuropa trotz höherer Spielerzahl nur genauso viele Challenger- und Grandmaster-Plätze habe wie deutlich kleinere Regionen – die »Länge der Ranglisten«-Leiter wirke dadurch demotivierend. Kurzfristig will Riot dort aber nichts ändern, um keine zusätzliche Instabilität zu riskieren.
- Auch zum »Aegis of Valor«-System – einem begrenzten LP-Schutz für Autofill-Spieler ohne LP-Verlust bei Niederlage und mit doppelter LP bei Sieg – räumt Phroxzon Probleme ein: Das System schaffe aktuell »keine guten Anreize« und bevorzuge bestimmte Rollenkombinationen zu stark. Änderungen seien demnach nötig.
- Zusätzlich griff Phroxzon eine weitere Streitfrage auf: negative LP-Gewinne an der Spitze der Rangliste. Manche Spieler befürworteten das System, andere empfänden es als unfair und als Verschlechterung der Ladder – laut Phroxzon eine »berechtigte Debatte«, ohne dass er sich klar positioniert.