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Interview E-Sports LEC

GX Oscarinin nach Fnatic-Spiel: »Ich wollte sie auf jeden Fall aus den Playoffs kicken«

GiantX-Toplaner Oscarinin im Interview mit RunItDown – über das erste Wiedersehen mit seinem alten Team, Fieber am Spieltag und den Blick auf die Playoffs.

GX Oscarinin nach Fnatic-Spiel: »Ich wollte sie auf jeden Fall aus den Playoffs kicken«

GX Oscarinin hatte ein Wiedersehen mit dem Ex-Arbeitgeber vor sich. (© Michał Konkol/Riot Games)

Am letzten Spieltag der LEC-Sommersaison 2026 traf GiantX auf Fnatic – für Toplaner Oscarinin das erste Duell mit seinem ehemaligen Team seit dem Wechsel. Im Interview danach sprach er offen über Fieber am Spieltag, seinen Blick auf die gemeinsame Zeit bei Fnatic, die fehlende Konstanz im eigenen Team – und den bevorstehenden Playoff-Auftakt.

»Ich glaube, ich habe einfach schlecht gespielt«

GiantX gewann die Partie 2:1 – für Oscarinin persönlich bedeutete das direkte Qualifikation für die Top 4 und das Ende von Fnatics Playoff-Hoffnungen.

RunItDown: Glückwunsch erstmal zur Top-Vier-Qualifikation. Als ADC weiß ich über Bruiser nur so viel, dass ich wegrennen sollte, wenn ich sie sehe – erklär mir das Camille-gegen-Olaf-Matchup, das lief phasenweise etwas holprig. Wo genau ist es schiefgelaufen, und wie hat sich euer Plan danach verändert?

Oscarinin: Ich glaube, ich habe einfach schlecht gespielt. Ich habe seit ein paar Tagen Fieber und fühle mich richtig schlecht – keine gute Ausgangslage.

Zum Matchup selbst: Früh sollte Olaf eigentlich vorne liegen, ganz so einfach ist es aber nicht. Schwierig wird es vor allem, wenn Camille einen Bounce auf Olaf hat, weil man dann schwer crashen kann – er kann einen niederrennen, da braucht man manchmal Hilfe aus dem Jungle.

Aber man skaliert mit einem Item schon ziemlich schnell und sollte dann eigentlich richtig stark sein. Wenn das Early Game halbwegs normal läuft, ist das Matchup eigentlich ziemlich gut für einen selbst, weil Camille später im Kampf sehr stark ist – vor allem mit Unterstützung. Man kann auch einfach Olaf mit der Ultimate wegsperren, dann kann er gar nichts machen und das Team räumt ihn auf. Ohne Zugriff auf die Backline ist er ziemlich nutzlos.

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»Es hat sich persönlich angefühlt«

RunItDown: Zoomen wir raus – es war das erste Mal seit deinem Wechsel zu GiantX, dass du gegen Fnatic gespielt hast. Hast du dir dieses Spiel im Kalender anders markiert als die anderen? Mehr Vorbereitung, mehr Nervosität?

Oscarinin: Nicht wirklich. Für mich ist es schon etwas Besonderes, aber mit dem Fieber und dem schlechten Zustand konnte ich das gar nicht wirklich als besonderes Spiel angehen – ich habe mich einfach nicht wie ich selbst gefühlt, langsam, schwach, ohne die richtige Aufmerksamkeit. Es ist dadurch einfach schwerer. Ich hätte gerne besser gespielt, weil es für mich schon persönlich war, wenn man so will.

RunItDown: Ihr habt Fnatic damit gleichzeitig aus dem Playoff-Rennen geworfen. War das eine zusätzliche Motivation, oder wie fühlt sich das für dich an – nach dem Motto, jetzt habt ihr gesehen, dass ihr mich hättet halten sollen?

Oscarinin: Ich wollte sie auf jeden Fall aus den Playoffs kicken, klar. Ich finde es einfach lustig. Ich glaube nicht, dass es groß etwas ändert – oder dass sie mich hätten halten sollen oder so. Es ist, wie es ist, weißt du? Ich glaube nicht, dass sich dadurch viel ändert, aber ich mochte es schon, sie nach allem, was passiert ist, aus den Playoffs zu kicken, auf jeden Fall.

RunItDown: Jetzt, wo du deine erste komplette LEC-Saison bei einem Team gespielt hast, das nicht Fnatic heißt – hat sich dein Blick auf die Zeit dort verändert, verglichen mit vor sechs Monaten zum Beispiel?

Oscarinin: Nein, nicht wirklich. Ich sehe das immer noch ziemlich genauso, zumindest das letzte Jahr dort. Ich reflektiere das eigentlich nach jeder Saison, nach jedem Split, der endet – deswegen ändert sich meine Sicht darauf normalerweise nicht groß.

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»Wir dürfen früh keine Lanes verbocken«

RunItDown: Nach dem SK-Spiel in Woche eins hast du gesagt, GiantX hätte immer das Potenzial für einen tiefen Playoff-Lauf, vielleicht sogar für Worlds. Das hat phasenweise auch durchgeschienen, wirkte insgesamt aber zu inkonstant. Wo würdest du ansetzen, um diese Konstanz zu bekommen – wenn du nur eine Sache verbessern könntest, wo würdest du anfangen?

Oscarinin: Ich glaube, wir müssen einfach alle energiegeladen sein, gute Drafts haben und dürfen früh keine Lanes verbocken – das ist glaube ich unser größtes Problem manchmal, dass wir früh Lanes vermasseln und das Spiel danach richtig schwer wird.

Aber ich glaube, wenn wir ausgeglichen sind, spielen wir eigentlich besser als das gegnerische Team, auch wenn beide Seiten gleichauf liegen. Das ist im Kern das, woran wir arbeiten müssen.

RunItDown: Ist das dann eher eine Frage der Lane-Stabilität – oder geht es darum, klarer festzulegen, welche Seite die starke, welche die schwache ist?

Oscarinin: Ich glaube nicht, dass es daran liegt. Ich denke, das klären wir im Spiel eigentlich ziemlich gut. Es geht eher darum, die Lanes selbst oder die Jungle-Skirmishes gut zu spielen.

»Fünfzig-fünfzig, so ist das eben«

Mit dem Sieg steht GXs Playoff-Erstrundengegner fest: KC (Karmine Corp) – im letzten regulären Aufeinandertreffen unterlag GX klar mit 0:2.

RunItDown: Dein Playoff-Match in der ersten Runde steht jetzt fest – KC hat euch gewählt. Wenn du eine Prozentzahl draufsetzen müsstest, wie hoch schätzt du eure Siegchance ein?

Oscarinin: Fünfzig-fünfzig, ehrlich gesagt. Entweder wir schaffen es, oder nicht.

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RunItDown: Siehst du einen Vorteil darin, dass es diesmal ein Bo5 statt eines Bo3 ist – gerade weil euer letztes Duell gegen KC klar 0:2 ausging?

Oscarinin: Ich bin mir nicht sicher, ob uns ein Bo5 hilft. Ich glaube, wir haben bei jedem einen guten Champion-Pool, aber das gilt für sie genauso. Es geht eher darum, wie wir uns für jedes einzelne Spiel vorbereiten – nach jedem Spiel reden wir, legen wir die Prioritäten neu fest. Das 0:2 in der regulären Saison sagt für mich nicht viel über unser wirkliches Niveau aus, weil wir in dieser Serie richtig schlecht gespielt haben. Ich glaube, wir werden es diesmal besser machen. Aber klar, KC ist trotzdem ein wirklich gutes Team – wir kommen trotzdem für sie.

RunItDown: Ihr spielt zwar in der MKOI-Arena, aber immerhin in Spanien – gibt euch das eine Art Heimvorteil, oder blendet ihr das Publikum und das Drumherum ohnehin komplett aus?

Oscarinin: Bei solchen Events mit großem Publikum spiele ich normalerweise besser – ob das an den Sprechchören liegt oder woran auch immer, weiß ich nicht, aber ich mag das wirklich gerne. Mal schauen, vielleicht wiederholt sich, was letztes Mal beim fünften Spiel in Madrid passiert ist. Hoffentlich schaffen wir das.

RunItDown: Zum Schluss: Warum wirst du nächste Woche Canna überrennen?

Oscarinin: Wie beim letzten Mal – er weiß noch nicht, was auf ihn zukommt. Niemand hat daran geglaubt, und trotzdem ist es passiert.

Das Interview wurde für Länge und Klarheit redigiert.